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Energie für Generationen

Ans Netz angeschlossen: Wasserkraftwerk in der Halbammer läuft nun im Probebetrieb

Altenau – Einige Jahre liegt die Idee, liegt der Entschluss nun schon zurück. Nun ist die Umsetzung erfolgt. Ein paar obligatorische Tests stehen noch aus und man befindet sich erst einmal im Probebetrieb, doch es läuft, das Wasserkraftwerk in der Halbammer bei Unternogg. Im Frühjahr, wenn der letzte Schnee geschmolzen ist, wir die Anlage in den Normalbetrieb gehen. Der Weg bis zur Fertigstellung war nicht frei von Herausforderungen, doch das gehöre bei Projekten dieser Art dazu, stellen Jürgen Hitz und Arno Nunn, die beiden Geschäftsführer der Ammer-Loisach-Energie GmbH, fest, die sich für das Unterfangen als Bauherr verantwortlich zeichnet.

Auf der Straße nach Unternogg, nahe dem Wanderparkplatz, weist ein Schild auf die Baustelle. Ein gutes Stück die vereiste Forststraße an der Halbammer entlang, um einigen Kurven herum, und schon ist es da, das Wasserkraftwerk, zwei Abstürze, ein Rückstau mit Steinschwelle. Mit der Anlage produziert die Ammer-Loisach-Energie GmbH, die private Haushalte und Geschäftskunden mit 100 Prozent Strom aus Wasserkraft beliefert, zum ersten Mal eigenen Ökostrom im Ammertal.

Die Idee, kommunale Energieversorgung in kommunale Hand zu legen und ein Wasserkraftwerk zu realisieren, sei schon kurz nach der Gründung des regionalen Stromerzeugers mit elf Gesellschaftern 2013 aufgekommen, erinnert Arno Nunn zurück. Dabei sei die Halbammer als favorisierter Standort anvisiert worden, unter anderem, weil damals eine Privatperson das Wasserrecht inne gehabt habe, die in den Neunzigerjahren bereits versucht hätte, am Wasser etwas zu errichten, erzählt Nunn. Auch sei die Chance, das Kraftwerk genehmigt zu bekommen, gut gestanden, meint er. Zwar musste freilich das übliche Genehmigungsverfahren durchlaufen werden, doch in die Hände spielte der GmbH, dass im wasserrechtlichen Sinne bereits Querbauten die Halbammer durchzogen, Abstürze als Resultat von Hochwasserverbauungen.

Alles sollte bestens durchdacht sein, alle Belange, etwa des Natur- und Umweltschutzes, sollten berücksichtigt werden. „Wir sind alle Szenarien durchgegangen“, sagt Nunn. Ende 2019 kam der Genehmigungsbescheid. Der Spatenstich erfolgte Mitte September 2020. „Wir haben dem Projektleiter mit auf den Weg gegeben, regionale Firmen zu beauftragen“, berichtet Nunn. Ein Rat, der befolgt wurde. So richtig losgelegt wurde im Oktober 2020, bis in den Dezember hinein wurde gearbeitet, dann kam der Schnee. Ein Teil des Einlaufbauwerkes konnte in dieser ersten Bauphase errichtet werden. Im Frühjahr, kurz vor März, ging es weiter – wieder mit Schnee. „Da hat man ordentlich freischieben müssen“, erzählt Nunn, „die wahren Helden sind die Jungs, die vor Ort gearbeitet haben“, meint er da. Der Geschäftsführer blickt mit einem Lächeln auf die vergangenen Monate zurück. Alle Beteiligten hätten stets gut zusammengearbeitet, auch wenn etwas mal nicht ganz reibungslos verlaufen sei, etwa als ein heftiges Regenereignis im vergangenen Juli die Turbine unter Wasser gesetzt habe. „Jeder hat seinen Beitrag geleistet, das war eine schöne Erfahrung“, meint der Geschäftsführer, der dennoch froh ist, dass das Kraftwerk nun steht.

Eigentlich sehe man jetzt nur zwei Gebäude, doch es seien zwei Bauten von hohem Anspruch. „Im Rückblick waren genügend Herausforderungen da“, vor allem auf das Ende hin, was aber nun einmal der Komplexität geschuldet sei, sagt Nunn. Am 9. Dezember ging das Wasserkraftwerk ans Netz. Formal befinde man sich erst einmal im Probebetrieb, „wir fahren noch nicht in Vollleistung“, was auch daran liege, dass gerade nicht genug Wasser in der Halbammer fließe, erklärt der Geschäftsführer. Momentan laufe die Anlage auf „höchstens der Hälfte der Leistung“, sagt Nunn.

Wenn die Turbine ihre ganze Leistung ausschöpft, bis zu 135 kW, produziert das Kraftwerk jährlich rund 500.000 kWh, elektrische Energie für rund 300 Durchschnittshaushalte in Bayern – und das über einen langen Zeitraum. Das Wasserkraftwerk sei „ein Langläufer, ein Generationenprojekt“ für die nächsten 50 bis 100 Jahre, sagt Nunn.

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